Eigentlich wollte ich ja als Überschrift „Da geht mir der Hut hoch“ schreiben, aber ich versuche mal, meinen inneren Dampfdruck im Kessel zu halten.

Der Grund: Heute war bei uns im Garten Ortstermin. Anwesende waren neben uns und unseren Nachbarn auch Vertreter von Landratsamt und Abwasserzweckverband. Wir hatten um diesen Termin gebeten, weil in unserem Ort ein Druckentwässerungsnetz aufgebaut wird (teilweise schon ist) und wir da mit ran sollen. Wir wollen aber nicht!

Auch das wiederum hat einen Grund: Unser (Zweifamilien-) Haus und die beiden (Einfamilien-) Häuser unserer Nachbarn sind zusammen an eine Klärgrube in unserem Garten angebunden. Baujahr ca. ’77 und auch nur auf dem klärtechnischen Stand von damals, aber Wasserrecht bis 2013 oder 2015, und danach (oder auch schon früher?) wollen wir gemeinsam in eine vollbiologische Kleinkläranlage investieren. Das heißt, wir müssen, denn so weiter betreiben geht ja nun mal nicht.

Diese Pläne sind aber offensichtlich dem Zweckverband (ZWA) ein Dorn im Auge, denn wir liegen im Erschließungsgebiet der Kläranlage. Zur Erklärung: Erschließungsgebiet ist dort, wo ausreichend gefördert wird um den Anschluß zu finanzieren. Wohlgemerkt: Die Förderung erhält der ZWA, die Anschlusskosten auf dem Grundstück sind aber vom jeweiligen Grundstückseigentümer zu tragen. Ich hoffe inständig, dass wenigstens der Preis des Pumpschachtes, der an jedem Haus eingegraben werden muss, um einen Förderbetrag reduziert wurde. Ein- bis zweihundert Meter die Hauptstraße aufwärts ist nämlich Schluss mit Erschließungsgebiet, von den Seitenstraßen ganz zu schweigen.

Zurück zum Thema. Im Erschließungsgebiet ist es natürlich erwünscht, dass sich die Anlieger auch anschließen lassen. Sonst entfiele ja deren Förderbetrag! Und einige weitere wichtige Posten würde dann wegfallen: 10€ Anschlussgebühr PRO HAUSHALT UND MONAT, dazu 3€ pro m³ (Ab-)Wasser (wird nach WASSERVERBRAUCH berechnet! Was ist mit nicht eingeleitetem Blumengießwasser?). Unsere drei Häuser kämen damit auf jährlich über 1300€! Selbst wenn die Kleinkläranlage unwahrscheinliche 500€ p.a. an Wartung und Überwachung kosten sollte, fehlt da noch ein ganzer Batzen. Dazu der Knüller: Der Abwasser- Entsorgungsvertrag ist auf 20 Jahre befristet. Man bindet sich für 20 Jahre an diese horrenden Kosten.

Kurzum: Das Teil ist zu teuer, von den einmaligen Kosten für die Installation reden wir noch gar nicht. Wenn wir nämlich jedes Haus einzeln die Pumpe bekämen, wüchsen auch die über den Kopf. Und gemeinsam an eine Pumpstation wollen wir aus dem einfachen Grund nicht: Wer hat denn dann was falsches ins Klo geschmissen, wenn die Pumpe mal kaputt ist? Das kann bei der Kleinkläranlage nicht passieren, da sind keine mechanischen Teile in der Grube, die kaputtgehen können.

Und wie kriegt man das in die Köpfe der gebührengeilen sehr wirtschaftlich rechnenden Verbandsangehörigen?

Und auch von anderer Seite ist man unserem abweichlerischem Ansinnen wohl nicht ganz wohlgesonnen: Obwohl dem Landratsamt unser Antrag auf „Errichtung einer grundstücksbezogenen Kleinkläranlage mit Ableitung des behandelten Abwassers in ein Gewässer (1. oder 2. Ordnung) oder in das Grundwasser“ bereits vorliegt, sollen wir nochmals (zum zweiten oder dritten Mal?) einen Kostenvergleich einreichen, um unsere Interessen an der eigenen Kleinkläranlage zu untermauern.

So, und wenn ich jetzt noch ein Mal Kleinkläranlage schreiben muss, kann ich nicht garantieren, dass da nicht Kleinkrieg, Kleingeist, Kleinhirn oder sowas dabei herauskommt. Tschö mit Ö

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