Was hab ich gelegen…

On 16. Januar 2011, in Bike, by mwrsa

Nachdem meine Anfrage für eine kleine Radtour gestern wegen ihrer Kurzfristigkeit keine weiteren Mitfahrer ans Licht brachte, habe ich meine Pläne etwas abgeändert. Aber bei der Flußtalradwegetour sollte es bleiben… Was hab‘ ich mir nur dabei gedacht.

Also Flevo ins Auto, weil sonst der letzte Rest des Heimwegs aus welcher Richtung auch immer mit dem Flevo unfahrbare Anstiege sind. Geparkt habe ich in der Nähe des Hetzdorfer Viaduktes, um dann das Flöhatal und später das Zschopautal abwärts zu fahren. Erste Zweifel beschlichen mich, als die Straße zwischen Breitenau und Falkenau wegen Hochwasser gesperrt war. Ich bin sie trotzdem gefahren, gilt ja nur für Motorfahrzeuge, das runde weiße Schild mit rotem Rand, war auch kein Hochwasser (mehr).

Flöhadamm zwischen Falkenau und Flöha

Von Falkenau bin ich dann dem Radweg nach Flöha gefolgt, dort wurde es dann ernst: der war plötzlich weg! Macht nix, rauf auf den Flöhadamm, das Ende der Überflutung war absehbar. Na, ging doch!

Weiter also, über die Bahnstrecke (Mist, dort im Schatten lag noch schön festgetrampelter und überfrorener Schnee! Unfahrbar!) und dann wieder auf die andere Seite zurück. Da tat sich die nächste Pfütze auf, aber die sah ja gar nicht schlimm aus, kann man fahren… dachte ich.

Wasserdurchfahrt #1 (und auf dem Rückweg im Dunkeln...)

Konnte man auch, nur dass mir dabei die Hände am Untenlenker nass werden würden, war nicht so ganz einkalkuliert. Wie bekommt man Wasser aus den Hohlkammerfelgen?

Auf dieser Seite käme man zur Brücke...

Es folgte ein gewisser Rentnerslalom auf dem Spazierweg entlang der Flöha durch die gleichnamige Stadt, bis kurz vor dem Zusammenfluss mit der Zschopau: Aus der Flussmündung war ein See geworden, der Brückenzugang unmöglich! Umweg, aber auch das war machbar gegenüber dem, was noch folgen sollte.

Ich folgte also weiter der Zschopau flussab, der Weg dort ist ja ganz gut ausgebaut. Von der Landbrücke in Richtung Braunsdorf ging der Weg einmal elendigst steil nach oben und wieder runter, aber auch mehrmals SEHR nah ans und zweimal unter Wasser. Nun, ich hatte gelernt, nach der ersten Durchfahrt war ich vorsichtig geworden. Ich zog Schuhe und Socken aus und wagte mich an die Durchfahrt. War gut so, etwa zwei Meter vor dem Trockenen kam ich so sehr ins schlingern, dass ich die Füße runternehmen musste. Puh, geschafft hab ichs trotzdem. Nur ständig für Bilder anhalten war müßig, deshalb gibts hier keins.

Schlammschlacht

In Braunsdorf hab ich mich beim Schuhe anziehen nett mit einem einheimischen Ehepaar unterhalten, um eine geeignete Strecke zur Weiterfahrt zu finden. Aber aus dem Tal raus macht dort wenig Spaß, also weiter den Ufer(wander?)weg entlang. Mist, Schlick und See am Ufer direkt unterhalb des Lichtenwalder Schlosses, also umkehren. Auf der Straße gehts weiter, bis an der Straßenbrücke in Richtung Lichtenwalde der Wanderweg wieder rechts abbiegt in Richtung Frankenberg. Ich auch, weiter gehts. Ein Sperrschild wegen Steinschlag habe ich (wie sehr viele vor mir) ignoriert, ich hatte die Schnauze voll vom umkehren, hat mich auch nicht erschlagen. Nach einigen Umwegen wegen der ausufernden Wassereinbrüche (die hier aber außer mir niemanden stören), kam ich mit dem ersten Dämmerungseinbruch an der Chemnitzer Straße in Frankenberg an. Es wurde Zeit zum umkehren.

Zuerst an die Tanke, Radl waschen, meine Schlammtreter abduschen – denkste, nur ne Waschstraße, kein Waschplatz. Also weiter in Richtung Heimat, da kommt noch eine Tanke. Nur leider sahs dort nicht anders aus, also blieben wir beide dreckig, nur ich schlug mir erstmal etwas den Bauch voll, hatte nichts mitgenommen und nicht erwartet, dass es so spät würde.

Als ich nun losfahren wollte stellte sich mir das nächste Problem: Mein Rücklicht war ausgefallen. An der Front hat mein Flevo ja Ersatz eingebaut, aber bei DEM Verkehr ohne Rücklicht, undenkbar. ALSO hab ich das Teilchen den ganzen Weg vom Ortsende Frankenbergs bis auf den höchsten Punkt bei Altenhain geschoben (!) (außerorts links, da reicht das ordentlich helle Vorderlicht für den Gegenverkehr). Bis nach Flöha bin ich dann wieder gerollt, nur einmal habe ich freiwillig angehalten, sicherheitshalber, um nicht überfahren zu werden. Ab da gings wieder weg von der Straße, da reicht auch das Vorderlicht.

Der Rückweg war ab da gleich mit dem Anfang der Tour, incl. Wasserdurchfahrt im Stockdunklen, Schneefeld- Querung, und Umweg über den Damm. Das waren echt anstrengende 40km, aber hat echt Spaß gemacht.

Fazit: Schnapsidee, bei Hochwasser einne Flusstalradweg zu fahren, ansonsten echt genial! Man merkt, dass ich vom Mountainbiken zum Liegeradfahreb gekommen bin, oder? Meinen Mountainbikekollegen brauche ich nur das Stichwort „Wildschweinsuhle“ zu sagen, dann wissen die Bescheid…

So, zum Abschluss noch einige Fotos:

Isses nich hübsch?

Meine Liege auf dem Damm

Irgendwo hier mündet die Flöha in die Zschopau

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